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Steuertipps und Eilnachrichten

Verhaltensregeln zur Kassen-Nachschau ab 1.1.2018

Seit 1.1.2018 kann es tatsächlich passieren, dass plötzlich bei Ihnen im Laden oder in Ihren Geschäftsräumen ein Prüfer des Finanzamts steht und den Zugang zu Ihren Kassen fordert.

Diese Kassen-Nachschau wurde durch das „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ eingeführt und soll es dem Finanzamt ermöglichen, Unstimmigkeiten bei der Kassenführung umgehend und zeitnah zu klären.

Die Kassen-Nachschau beschränkt sich nicht auf elektronische Registrierkassen! Sie gilt genauso auch für Kassenbücher, Kassenschubladen und PC-Kassensysteme. Auch vorgelagerte Systeme (wie z.B. Taxameter, elektronische Waagen, Warenwirtschafts- oder POS-Systeme) gehören dazu.

Sollte tatsächlich ein (oder mehrere) Prüfer des Finanzamts zu einer unangekündigten Kassen-Nachschau in Ihrem Betrieb erscheinen, empfiehlt sich die folgende Vorgehensweise:

  •  Bitten Sie den Prüfer herein und behandeln Sie ihn zuvorkommend. Bedenken Sie, dass die Nachschau zu einer Außenprüfung nach § 193 AO ausgeweitet werden kann.
  • Lassen Sie sich seinen Dienstausweis und seine Prüfungsanordnung zeigen, notieren Sie sich auch gleich seinen Namen und seine Kontaktdaten.
  • Bitten Sie den Prüfer um Geduld, weil Sie ohne Zustimmung Ihres Steuerberaters keine Kassendaten ausgeben möchten.
  • Informieren Sie Ihren Steuerberater und klären Sie, ob dieser die Kassen-Nachschau kurzfristig vor Ort betreuen kann.
  • Sollte der Steuerberater keine Zeit haben, lassen Sie den Prüfer an Ihre Kasse heran. Kennt sich der Prüfer mit der von Ihnen verwendeten elektronischen Registrierkasse nicht aus, so kann er einen fachkundigen Dritten (z.B. Kassenaufsteller) hinzuziehen.
  • Bei der Verwendung von elektronischen Kassensystemen empfiehlt es sich, die technischen Informationen (Bedienungsanleitung) greifbar zu haben.
  • Alle Ausdrucke und Dateien, die der Prüfer beim Auslesen der (elektronischen) Kasse erhält, sollten Sie unbedingt auch 1 : 1 für sich behalten. Nur damit können Sie oder Ihr Steuerberater bei Feststellungen konkret auf die Mängel des Prüfers reagieren.
  • Bei einer Kassen-Nachschau darf der Prüfer niemals Geld für mögliche Steuernachzahlungen von Ihnen fordern. Sollte er das dennoch tun, sollten Sie die Polizei informieren. Denn dann handelt es sich bei dem Prüfer um einen Betrüger und nicht um einen Prüfer des Finanzamts. Solche Fälle wurden tatsächlich bereits kurz nach der Einführung der Kassen-Nachschau bekannt.
  • Zu Ihren Wohn- bzw. Privaträumen müssen Sie dem Prüfer keinen Zugang gewähren
  • Beachten Sie ein diesem Zusammenhang, dass Ihre elektronische (Registrier-)Kasse seit dem 01.01.2017 „finanzamtkonform“ sein muss. Das Finanzamt ist in Besitz von Hersteller- und Artikellisten, mit welchen sich „schwarze Schafe“ sofort erkennen lassen.

Voraussichtlich ab dem Jahr 2020 müssen Kassensysteme beim Finanzamt mit Herstellerbezeichnung und Seriennummer angemeldet werden.

Bei einer Kassen-Nachschau (und auch bei einer Betriebsprüfung) stehen wir Ihnen selbstverständlich tatkräftig zur Seite.

Wir sind u.a. spezialisiert auf Kassenprüfungen mittels der vom Finanzamt verwendeten Software IDEA und der hier technisch identischen DATEV-Lösung ACL. Auf Wunsch können wir mit den von Ihnen verwendeten Kassenlösungen sogar auch Prüfungssimulationen durchführen – und eine „Was-wäre-wenn“-Expertise erstellen.

Eine Checkliste zur besseren Orientierung bei einer Kassennachschau sowie ein aktuelle Mandanteninformation zum Thema „Kassenführung“ erhalten Sie bei uns auf Anfrage.

Sollten Sie außerhalb unserer Kanzleiarbeitszeiten in eine Kassen- oder Lohnsteuer-Nachschau geraten, so erreichen Sie uns über unsere „Hotline“-Plattformen bei „whatsapp“ und „threema“ oder über unsere iOS-Kanzlei-App. Diese Kontaktinformationen haben Sie bei der Mandatsübernahme erhalten, auf Wunsch teilen wir Ihnen diese aber gerne erneut mit.

Eingestellt am: 25.04.2018