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Steuertipps und Eilnachrichten

Mehr Zeit für Steuerzahler ab dem Veranlagungsjahr 2018 - doch zu langes Warten kann dann teuer werden

Wer muss wann eine Einkommensteuererklärung abgeben? Was ändert sich in naher Zukunft durch die Modernisierung des Besteuerungsverfahrens? Und welche Folgen drohen, wenn man die Frist versäumt?

Bei der aktuell anstehenden Einkommensteuererklärung für das Jahr 2017 bleibt noch alles beim Alten. Konkret: Wer die Steuererklärung 2017 einreichen muss und diese selbst macht, hat dafür bis zum 31. Mai 2018 Zeit. Doch was passiert, wenn dieser Termin versäumt wird?

In diesem Fall startet ein mehrstufiger Prozess, welcher am Ende durchaus teuer werden kann:

1. Schritt: Lässt sich der 31. Mai 2018 aus wichtigen Gründen - etwa wegen Krankheit, fehlender Unterlagen oder eines beruflichen Auslandsaufenthalts - nicht halten, kann man das Finanzamt schriftlich unter Angabe der jeweiligen Gründe um einen Aufschub bitten. In der Regel stimmt der Fiskus zu und gewährt eine Fristverlängerung bis zum 30. September 2018.

2. Schritt: Wird der 30. September 2018 auch versäumt, so schickt das Finanzamt eine Erinnerung, in der ein letztmaliges Abgabedatum genannt wird. Bereits ab diesem Schritt kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Dabei gilt: Je später die Steuererklärung eingereicht wird, desto höher kann der Verspätungszuschlag ausfallen. Generell kann dieser bis zu zehn Prozent des letztendlich festgesetzten Steuerbetrags, höchstens aber 25.000 € betragen.

3. Schritt: Klappt es auch mit der neu festgesetzten Frist nicht, so verschickt die Behörde eine sog. "Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung unter Androhung eines Zwangsgeldes". Wird auch dieses Schreiben ignoriert, so wird das Zwangsgeld festgesetzt. Die Zahlung des fälligen Zwangsgelds befreit den Steuerzahler nicht von der Pflicht, eine Steuererklärung abzugeben.

4. Schritt: Jetzt wird der Fiskus die Besteuerungsgrundlage schätzen und einen entsprechenden Steuerbescheid erlassen. Aller Wahrscheinlichkeit nach fällt diese Schätzung zu Ungunsten des Steuerzahlers aus. Er zahlt also mehr, als er eigentlich müsste.

Gelten die Termine und Verfahrensschritte für Alle?

Antwort: Nein! Wer sich z.B. professionelle Hilfe bei einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein holt, hat mehr Zeit: Er oder sie kann die aktuell anstehende Steuererklärung 2017 bis zum 31. Dezember 2018 einreichen.

 

Zwei Monate mehr Zeit für die Einkommensteuererklärung 2018 - aber automatisierte Zuschläge bei verspäteter Abgabe

Was ändert sich künftig durch die Modernisierung des Besteuerungsverfahrens?

Erst ab der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2018, die 2019 angefertigt wird, greifen folgende neuen Fristen und Regeln: Grundsätzlich gibt es von nun an zwei Monate mehr Zeit für die Abgabe der Einkommensteuererklärung. Die Selbst-Ersteller müssen die Erklärung 2018 also erst bis Ende Juli 2019 abgeben. Für diejenigen, die sich vom Profi beraten lassen, läuft diese Frist sogar bis Ende Februar 2020.

Auch in Sachen Fristversäumnis gibt es Änderungen: Lag es bislang im Ermessen der Steuerbehörden, ob und in welcher Höhe Verspätungszuschläge fällig werden, wird der Prozess ab Januar 2019 vereinheitlicht und automatisiert.

Das bedeutet: Jeder, der von nun an seine Einkommensteuererklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Besteuerungszeitraums abgibt und keine Fristverlängerung beantragt hat, muss einen Verspätungszuschlag bezahlen. Dabei ist die Höhe gesetzlich geregelt, sie beträgt 0,25 Prozent der letztendlich festgesetzten Steuer, mindestens jedoch 25 Euro pro verspäteten Monat. Die maximale Höhe des Zuschlags bleibt wie gehabt bei 25.000 Euro.

Eine weitere Fristverlängerung soll nach den neuen Verfahrensregeln nur noch in echten Ausnahmefällen möglich sein! Also nur, wenn der/die Steuerpflichtige ohne eigenes Verschulden die Abgabe der Steuererklärung versäumt hat. Die Bitte um Verlängerung muss in einem Schriftsatz nachvollziehbar begründet – und ggf. durch weitere Nachweise belegt - werden.

Was WIR für Sie tun können?

Gerne erstellen wir die Einkommensteuererklärung für Sie! Fragen Sie uns einfach nach unserer „Checkliste zur Einkommensteuererklärung“ und/oder nach unserem „Einkommensteuer-Belege-Pendelordner“. Selbstverständlich können Sie uns auch alle notwendigen Belege in digitaler Form übersenden, verwenden Sie hierzu bitte unsere Email- Adressen augsburg@123-steuerkanzlei.de oder muenchen@123-steuerkanzlei.de.

Eingestellt am: 04.10.2018